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Unwetterwarnungen für den Norden: Orkanartige Böen und Sturmflutgefahr

Norddeutschland steht vor einem wettertechnisch turbulenten Tag, da mehrere Sturmtiefs über die Region ziehen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat Warnungen vor schweren Sturmböen herausgegeben, während im Harz sogar vor extremen Orkanböen und Hochwasser gewarnt wird. An der Nordsee besteht zudem die Gefahr einer Sturmflut.

Sturmtiefs über Norddeutschland

Laut dem Deutschen Wetterdienst ziehen mehrere Sturmtiefs über Norddeutschland hinweg und bringen ungemütliches Wetter mit sich. Besonders an der Küste und in exponierten Lagen müssen die Bewohner heute mit orkanartigen Böen rechnen, die Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde erreichen können. Solche starken Böen bergen das Risiko von entwurzelten Bäumen und beschädigten Dächern.

Autobahnsperrung aufgrund von Sturmschäden

Die Auswirkungen des Sturms sind bereits spürbar. In Bad Oldesloe, Schleswig-Holstein, musste die A21 am Morgen gesperrt werden, nachdem ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt war. Die Sperrung betrifft die Bundesautobahn 21 ab Bad Oldesloe in Richtung Süden. Mehrere Fahrzeuge mussten dem Baum ausweichen, was zu Sachschäden führte. Der Verkehr in Richtung Süden wird ab Leezen, Kreis Segeberg, umgeleitet.

Extreme Orkanböen auf dem Brocken

Eine Warnung vor schweren Sturmböen gilt für ganz Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie für Teile der deutschen Ostseeküste. Besonders alarmierend ist die Situation auf dem Brocken, dem höchsten Berg im Harz, wo der DWD vor extremen Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde warnt. In dieser Region besteht auch die Gefahr einer Sturmflut, die das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ausgerufen hat. An der Nordseeküste sind erhöhte Wasserstände zu erwarten, die bis morgen anhalten könnten.

Sturmschäden und Sturmflutfolgen

Die Sturmböen könnten an der Nordseeküste Wasserstände bis zu einem Meter über dem mittleren Hochwasser verursachen, während an der nordfriesischen Küste sowie im Weser- und Elbegebiet ein Anstieg von bis zu 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet wird. Im Hamburger Elbegebiet könnte das Hochwasser etwa 1,50 Meter höher ausfallen als das mittlere Hochwasser. Bereits in der Nacht zu Dienstag führte der Sturm zu Überschwemmungen am Hamburger Fischmarkt.

Einschränkungen im Fährverkehr

Das stürmische Wetter beeinträchtigt auch den Fährverkehr entlang der Küste erheblich. Der Betreiber Deutsche Bahn gab bekannt, dass heute alle Abfahrten von und nach Wangerooge ausfallen. Auch die Verbindungen von und nach Spiekeroog sind betroffen. Bereits am Dienstagmorgen wurden mehrere Fährverbindungen gestrichen. Bei den Fährverbindungen zwischen Norddeich und Norderney kann es aufgrund der Windvorhersage zu kurzfristigen Änderungen kommen, wie von der Reederei Norden-Frisia mitgeteilt wurde. Der Inselexpress bietet auch heute keine Fahrten von und nach Norderney an.

Anstieg der Pegelstände an Flüssen erwartet

Experten gehen davon aus, dass die Pegelstände einiger Flüsse aufgrund des Sturms und zusätzlichem Regen ansteigen werden. Dies liegt daran, dass die Böden aufgrund der vorangegangenen Nässe nur wenig Wasser aufnehmen können. Die Hochwasservorhersagezentrale des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz warnte vor steigenden Pegelständen, insbesondere in den Flussgebieten von Aller, Leine und Oker. Es besteht die Möglichkeit von Überschwemmungen, einschließlich überfluteter Straßen.

Erneute Gefahr von überfluteten Straßen

Die aktuellen Temperaturen im Harz lassen die Schneedecke rapide schmelzen. Die erwartete Abflussmenge liegt zwischen 45 und 60 Litern pro Quadratmeter. Dies betrifft insbesondere die Flussgebiete von Aller, Leine und Oker. Aufgrund dieser Bedingungen könnten Straßen erneut überflutet werden. Nach dem Hochwasser um den Jahreswechsel waren die Pegelstände vieler Flüsse so stark gesunken, dass sie zuletzt keine Meldestufen mehr erreichten.

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