Energie & Umwelt

Waldbrände in Griechenland: Touristen auf Rhodos und Korfu evakuiert

Nach großer Hitze brachen schwere Waldbrände auf den beliebten Urlaubsinseln Rhodos und Korfu aus. Was dies für Reisende nach Griechenland bedeutet.

Update: Auswärtiges Amt informiert am Flughafen Rhodos

Touristenevakuierungen auf Rhodos und Korfu

Die Reiseveranstalter TUI und FTI stellen vorerst Flüge nach Rhodos ein

Das raten ADAC-Rechtsexperten Reisenden nach Griechenland

Nach großer Hitze und langer Dürre brachen nicht nur auf den beliebten Urlaubsinseln, sondern auch in zahlreichen anderen Regionen Griechenlands große Waldbrände aus. In der Nacht vom 24. Juli begann die Evakuierung des Ferienorts Nisaki auf Korfu. Dort brachte die Küstenwache 1.000 Urlauber in Sicherheit. Die Waldbrände sind dort mittlerweile unter Kontrolle. Sechs Dörfer nördlich und westlich der antiken Stätte Lindos sind derzeit auf der Insel Rhodos bedroht.

Löschflugzeuge und Hubschrauber wurden bei Tagesanbruch erneut eingesetzt, um die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Eine der größten Evakuierungen in der Geschichte Griechenlands hatte bereits am Samstag begonnen: Rund 20.000 Menschen wurden aus dem Südosten von Rhodos in Sicherheit gebracht. Zehn Prozent der Hotels dort sind beschädigt oder zerstört, aber anscheinend wurde niemand verletzt. Hier dauert der Kampf gegen die Flammen an. Das Auswärtige Amt hat am Flughafen Rhodos eine spezielle Informationsstelle für gestrandete deutsche Staatsbürger eingerichtet. Diese ist täglich von 9 bis 18 Uhr besetzt.

Griechenland: Nicht nur auf Rhodos und Korfu brennt es
Auch auf der Insel Euböa nahe Karystos und auf der Peloponnes-Halbinsel nahe der kleinen Hafenstadt Egion werden derzeit Brände gemeldet. Auch dort wurden zahlreiche Dörfer evakuiert. Insgesamt bleibt laut Warnung des griechischen Zivilschutzes das Risiko von Waldbränden sehr hoch. Besonders gefährdet sind die Region um Athen, die meisten Teile der Peloponnes-Halbinsel und zahlreiche Inseln in der Ägäis.

Hier finden Sie eine aktualisierte Karte der Risikoregionen für Waldbrände in Griechenland *

TUI, FTI: Keine Flüge nach Rhodos
Wegen der Waldbrände auf Rhodos bringt die Reisegruppe TUI vorerst keine Touristen mehr auf die Urlaubsinsel. Die Flugverbindungen bleiben jedoch bestehen, um Gäste nach Deutschland zurückzufliegen, so der Reiseveranstalter. Zudem könnten viele Reisende aus Deutschland ihren Flug stornieren: “Wir bieten allen Gästen, die bis einschließlich kommenden Freitag nach Rhodos gebucht sind, eine kostenlose Umbuchung auf ein anderes Reiseziel oder eine Stornierung an”, sagte ein Sprecher.

Auch der Veranstalter FTI sagt alle Reisen nach Rhodos bis einschließlich Mittwoch (26. Juli) ab, sagte eine Sprecherin.

Zu Beginn der Woche verlängerte DER Touristik den Zeitraum, in dem sie keine Reisen in die gefährdeten Gebiete anbieten wollen, wie eine Sprecherin mitteilte. Alle Reisen in den Süden von Rhodos würden nun bis einschließlich Ankunft am Samstag (29. Juli) storniert. Das Gleiche gilt für Aufenthalte in Hotels, die in der offiziellen Warnzone auf der griechischen Insel Korfu liegen.

Deutsche Fluggesellschaften halten vorerst an ihren geplanten Flügen von und nach Rhodos fest: “Wir stellen auch Kapazitäten für die derzeit höhere Nachfrage von Rhodos nach Deutschland zur Verfügung”, sagte eine Sprecherin von Eurowings . Auch Condor fliegt weiterhin von und nach Rhodos. Laut einem Sprecher sollen auch die Lufthansa-Flüge fortgesetzt werden – die nächsten Flüge der größten deutschen Fluggesellschaft sind sowieso erst für das kommende Wochenende geplant.

Urlaubsziel in Flammen: Diese Rechte haben Reisende
Pauschalreisende können kostenlos stornieren, wenn sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Umgebung auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen. Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss auch die gebuchte Reise von diesen Bränden oder deren Folgen, wie Rauch in der Luft, oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit betroffen sein. Reisende können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise unmittelbar bevorsteht und sie in eine Region fahren, die direkt von den Waldbränden betroffen ist.

Anders verhält es sich, wenn die Reise nicht kurz bevorsteht . Immerhin lässt sich nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht werden könnten. Es ist daher nicht möglich, Wochen oder Monate vor Reisebeginn abzuschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Eine kostenlose Stornierung wäre dann nicht möglich. Wenn irgendwo anders im Land ein Feuer brennt, ist dies ebenfalls kein Grund für eine kostenlose Stornierung. Bei Reisen, die nicht unmittelbar bevorstehen, ist es ratsam, die Entwicklung der Situation vor Ort in Einzelfällen weiter zu beobachten.

Hitze oder Angst vor Waldbränden sind kein Grund für eine Stornierung
Übrigens reicht alleinige extreme Hitze nicht aus, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wenn die Reise aus reiner Angst oder wegen Bedenken storniert wird, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornogebühren berechnet.

Waldbrände treten während des Urlaubs auf – was tun?
Wenn die Probleme erst während der Reise auf einer Pauschalreise auftreten, kann der Vertrag unter bestimmten Bedingungen gekündigt und die Heimreise angetreten werden . Allerdings muss nachgewiesen werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt ist. Wenn der Reise

veranstalter aufgrund der vorzeitigen Abreise des Reisenden keine Reiseleistungen mehr erbringen muss, kann er dafür keine Kosten verlangen. Zudem muss er die Rückreise des Reisenden sicherstellen, sofern dies Bestandteil des Reisevertrags ist. Etwaige zusätzliche Kosten trägt der Reiseveranstalter.

Ist die Rückreise aufgrund außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, für maximal drei Tage die Unterkunft zu bezahlen . Wenn die Reise fortgesetzt wird, können Reisende den Reisepreis vom Veranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, zum Beispiel weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen Individualreisende für bereits gebuchte Leistungen, wie Flüge und Unterkunft, nicht bezahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Dies kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist . Wenn jedoch die Unterkunft ohne Gefährdung für den Reisenden zugänglich ist, ist er auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende erhalten auch dann ihr Geld zurück, wenn vertraglich ein kostenloses Rücktrittsrecht vereinbart wurde.

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