Soziales

Anschlag auf Südkoreas Oppositionsführer Lee Jae-myung

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Der südkoreanische Oppositionsführer Lee Jae-myung ist am Dienstagmorgen während eines Gesprächs mit Journalisten in Busan mit einem Messer angegriffen worden. Bei dem Attentat wurde laut südkoreanischen Medienberichten eine Vene im Hals des Politikers verletzt.

Er wurde zunächst in eine nahe liegende Notaufnahme gebracht und später in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Seoul geflogen. Die Ärzte teilten am Abend mit, dass eine Operation gut verlaufen sei, Lee befände sich nicht in Lebensgefahr, berichtete die südkoreanische Zeitung „Joongang Ilbo“.

Der Politiker der demokratischen Partei besuchte in der Hafenstadt im Süden des Landes die Baustelle eines neuen Flughafens und sprach danach im Freien mit Journalisten. Auf Videos des Vorfalls ist zu sehen, wie Lee, umringt von Kameras und Mikrofonen, von einem Mann angesprochen wird. Plötzlich sticht der Mann auf den Hals des Politikers ein, Lee kippt nach hinten um, und der Attentäter wird von drei Männern niedergerungen. Lee soll laut Augenzeugen stark geblutet haben. Lokalpolitiker seiner Partei, die ebenfalls an dem Termin teilnahmen, sollen die Wunde bis zum Eintreffen des Krankenwagens abgedrückt haben.

Attentäter trug eine Papierkrone

Die Polizei nahm den Attentäter noch am Tatort fest und stellte ein Messer mit einer 18 Zentimeter langen Klinge sicher. Es soll sich laut südkoreanischen Medienberichten um einen 66 Jahre alten Mann aus einer westlichen Provinz handeln. Er soll sich unter dem Vorwand, nach einem Autogramm fragen zu wollen, durch die Menge bis zu Lee vorgedrängt haben.

Auf dem Kopf trug er eine scheinbar selbst gebastelte blaue Papierkrone mit der Aufschrift: „Ich bin Lee Jae-myung.“ Einige Augenzeugen sagten in den südkoreanischen Medien, sie hätten ihn aufgrund der Kopfbedeckung für einen Fan gehalten. Zum Tatmotiv machte der Attentäter gegenüber der Polizei bislang keine Angaben. Er soll in einer ersten Vernehmung lediglich eingeräumt haben, dass er Lee habe töten wollen.

Die Polizei von Busan teilte mit, dass sie derzeit davon ausgehe, dass der Attentäter die Tat von langer Hand geplant habe. Dementsprechend werde wegen versuchten Mordes gegen ihn ermittelt. Er soll sich bereits Mitte Dezember  auf einer Veranstaltung der demokratischen Partei aufgehalten haben. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap will ihn auf Videos der Veranstaltung anhand der blauen Papierkrone in der Menge identifiziert haben. Auch dort soll er versucht haben, sich Lee zu nähern.

Gegen Lee wird wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt

Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol wies die Behörden an, ihre Ermittlungen schnell voranzutreiben. „Es ist etwas passiert, das niemals hätte passieren dürfen“, ließ er über das Präsidialamt mitteilen. Gewalt werde unter keinen Umständen toleriert.

Gegen Lee wird derzeit wegen Korruptions- und Bestechungsvorwürfen ermittelt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, während seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Seongnam einen befreundeten Bauunternehmer bei einem Vergabeverfahren bevorzugt behandelt zu haben. Auch gegen seine Frau wurden kürzlich Vorwürfe laut. Weil sie während Lees Zeit als Gouverneur der Provinz Gyeonggi eine behördliche Kreditkarte für Privatzwecke genutzt haben soll, wurde Anfang Dezember das Büro der Provinzregierung durchsucht. Ende vergangenen Jahres hatte ihn der frühere Vorsitzende der demokratischen Partei, Lee Nak-yon, zum Rücktritt aufgefordert. Er kündigte zudem an, eine neue Partei gründen zu wollen.

Die südkoreanische Politik ist vor der Parlamentswahl im April von großen Spannungen zwischen der regierenden konservativen Partei von Präsident Yoon und der demokratischen Oppositionspartei geprägt. Ende vergangenen Jahres stimmte die demokratische Partei im Parlament dafür, eine Untersuchung gegen die Frau des Präsidenten, Kim Keon-hee, einzuleiten. Ihr wird vorgeworfen, an der Manipulation von Börsenkursen eines Unternehmens beteiligt gewesen zu sein. Die Konservativen boykottierten die Abstimmung. Yoon kündigte an, Veto einzulegen.

Von den Korruptionsvorwürfen konnte bislang keine der Parteien profitieren. In jüngsten Umfragen lagen sie zuletzt knapp beieinander. Wie zerstritten die politischen Lager untereinander sind, zeigte auch die Reaktion der Spitze von Lees demokratischer Partei auf das Attentat. Die Politiker versammelten sich am Abend in dem Seouler Krankenhaus, in dem Lee behandelt wurde. In einer  Mitteilung wandten sie sich an die Regierung: „Wir fordern Sie dringend dazu auf, die Wahrheit durch eine unabhängige Ermittlung ans Licht zu bringen.“  

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