Soziales

Besondere Ausstellung im Landratsamt: Werke des vhs-Malkurses für neurologisch erkrankte Menschen

Pfaffenhofen a.d.Ilm, Im Foyer des Landratsamts in Pfaffenhofen a.d.Ilm findet derzeit eine ganz besondere Ausstellung statt. Unter dem Titel “Als alles anders wurde…” werden die beeindruckenden Werke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Malkurses für neurologisch erkrankte Menschen präsentiert. Die Ausstellung ist vom 29. Januar bis zum 9. Februar während der üblichen Öffnungszeiten des Landratsamts zu besichtigen (Montag – Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr).

Ein Malkurs für Menschen mit neurologischen Erkrankungen

Die Volkshochschule (vhs) Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm bietet bereits seit dem Herbstsemester 2018 einen Malkurs speziell für neurologisch erkrankte Menschen an. Aufgrund der Pandemie konnte der Kurs zeitweise nur eingeschränkt stattfinden. Dieses besondere Projekt wurde vom Bündnis für Familie des Landkreises ins Leben gerufen, in Zusammenarbeit mit der Ilmtalklinik, dem Ingolstädter Verein Zamor e.V. (der sich um Patientinnen und Patienten mit Hirnschädigungen oder nach Schlaganfällen kümmert) sowie der vhs. Initiator und Unterstützer dieses Projekts ist Dr. Peter Grein, Chefarzt der Neurologie, Schlaganfallmedizin und Akutgeriatrie an der Ilmtalklinik. Die Idee für den Malkurs wurde von Sonja Preller in den Arbeitskreis “Inklusion, Pflege und Behinderung” des Bündnisses für Familie Landkreis Pfaffenhofen eingebracht.

Kreative Entfaltung und gesundheitliche Vorteile

Dr. Grein äußerte sich bei der Eröffnung der Ausstellung begeistert über die positiven Auswirkungen dieses Angebots: “Ich bin vom Nutzen dieses Angebots voll und ganz überzeugt. Neben der Linderung körperlicher Symptome ist vor allem die psychosoziale Wirkung sehr positiv. Nach der einschneidenden Erfahrung durch die neurologische Erkrankung fördert die kreative Beschäftigung wertvolle Ressourcen, stärkt das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude. Es ist eine unglaublich tolle Erfahrung und Freude, wie mit so vielen engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern aus einer Idee Wirklichkeit wird und wie viel mit diesem Angebot für Betroffene und Angehörige erreicht werden kann! – Dafür möchte ich mich nochmals bei allen Beteiligten bedanken!”

Hiltrud Leber von ZAMOR e.V. Ingolstadt fügt hinzu: “Unser Denken, Handeln und Fühlen wird vom Gehirn gesteuert. Bei einer neurologischen Erkrankung weiß deshalb niemand genau, mit welchen Ausfällen Betroffene zukünftig konfrontiert sein werden. Denn das Besondere beim eigenen gestalterischen Tun ist, dass – im Gegensatz zu den motorischen, sprachlichen und kognitiven Leistungen eines Menschen – das Künstlerisch-Schöpferische keinen Vergleich mit dem Früher braucht. Die Frage nach einem ,Perfekt!’ gibt es nicht. Nebenbei trainiert das Malen die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und die Konzentration, aber auch die Feinmotorik von Hand und Fingern.”

Die Bedeutung der Inklusion

Helga Inderwies, Leiterin der Arbeitsgruppe “Inklusion, Pflege und Behinderung” seit Anfang 2020, betonte die Bedeutung der Inklusion und dankte der vhs für ihre Unterstützung bei der Organisation der Ausstellung: “Wir hatten in Zusammenarbeit mit der Ilmtalklinik im März 2020 eine attraktive Ausstellung vorbereitet. Coronabedingt musste sie kurz vor der Eröffnung abgesagt werden. Ich freue mich, dass Nathalie Ponsot und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer uns nun einen Einblick in die wertvolle Arbeit des Malkurses geben.”

Die Rolle der vhs und der Kursleiterin Nathalie Ponsot

Die vhs Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm bietet weiterhin die Möglichkeit, den Malkurs für Menschen mit neurologischen Erkrankungen zu besuchen. Die Leitung des Kurses obliegt der in Wolnzach lebenden Künstlerin Nathalie Ponsot. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses berichten von den positiven Auswirkungen, die das Malen auf sie hat. Sie schätzen die Möglichkeit, durch die kreative Betätigung zur Ruhe zu kommen, Neues auszuprobieren und sich selbst neu wahrzunehmen. Für viele von ihnen ist der Kurs eine Gelegenheit, etwas zu tun, das sie zuvor noch nie getan haben, und sich von ihrer eigenen Kreativität überraschen zu lassen.

Dank an Unterstützer und Spendengeber

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Malkurses tragen einen kleinen finanziellen Beitrag von 25 Euro für den gesamten Kurs bei. Dies wurde bisher durch die großzügige finanzielle Unterstützung und Förderung des Lions Club Pfaffenhofen, der Sparkasse Pfaffenhofen, der Volks- und Raiffeisenbank Bayern Mitte, der WEMA Zerspannungswerkzeuge GmbH, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie durch Leadermittel der Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm ermöglicht.

Landrat Albert Gürtner betont die Wichtigkeit dieses Projekts und die Notwendigkeit weiterer Unterstützung: “Das Bündnis für Familie hat mit diesem Projekt einen nachhaltigen Beitrag zur positiven Gestaltung der Lebensbedingungen für die Menschen im Landkreis geleistet. Ein großer Dank gilt den bisherigen finanziellen Unterstützern dieses Projekts. Zur Fortführung werden weitere Spendengeber gesucht, gerne auch für regelmäßige Zuschüsse.”

Alice Köstler-Hösl, Leiterin der vhs Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm, hebt die Bedeutung von Volkshochschulen als inklusiven Lernort hervor und betont, dass sie für Menschen jeden Alters, Geschlechts, Herkunft, sozialen Status, Bildungsabschlusses, Religion oder Weltanschauung offen sind. Sie sind Orte des gemeinsamen Lernens, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen voneinander lernen und gemeinsam das Leben vor Ort gestalten können.

Besondere Ausstellung im Landratsamt: Werke des vhs-Malkurses für neurologisch erkrankte Menschen

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