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Corinne Suter auf der Suche nach Top-Form bei den Australian Open in Cortina d’Ampezzo

Die Schweizer Skirennläuferin Corinne Suter hat in dieser Saison noch nicht ihre Top-Form gefunden und wartet weiterhin auf eine Top-5-Platzierung. Bei den Australian Open in Cortina d’Ampezzo hofft sie auf ihren ersten Podestplatz.

Cortina d’Ampezzo, Corinne Suter, die 29-jährige Schweizer Skirennläuferin und Olympiasiegerin, hat in dieser Saison bisher nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr, zu diesem Zeitpunkt, hatte sie bereits vier Podestplätze erreicht, darunter einen Sieg in Lake Louise. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erläuterte Suter die Gründe für ihre bisherige Formschwäche und ihre gemischten Gefühle vor den Australian Open in Cortina d’Ampezzo.

Corinne Suter, wie geht es Ihnen?

“Mir geht es gut, sehr gut. Es ist schön, wieder hier zu sein. Die Piste ist so gut wie noch nie. Sie haben sie wirklich von oben bis unten hervorragend präpariert, alles wurde perfekt gewässert.”

Kommen Ihnen die Bedingungen entgegen?

“Der Schnee gleicht einer Autobahn und lässt keinen Fehler zu. Ein kleiner Abweichung von der Ideallinie kostet viel Zeit. In den langen Kurven ist viel Feingefühl erforderlich, um die Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten. Das beherrsche ich grundsätzlich.”

Sind Sie körperlich wieder in Bestform?

“Ja, ich konnte gut trainieren und sogar zwei bis drei zusätzliche Einheiten im Kraftraum absolvieren. Das hat mir wirklich geholfen.”

Sie hatten zu Beginn der Saison mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Was hat Ihnen Energie geraubt?

“Nach St. Moritz hatte ich eine sehr starke Grippe, inklusive Husten. Das hat sich ziemlich schnell verschlechtert und mich körperlich stark beeinträchtigt. Es war keine gewöhnliche Erkältung.”

Sie mussten das Trainingslager in Copper Mountain aufgrund von Gesundheitsproblemen absagen. Gab es eine Verbindung zu Ihrer späteren Erkrankung?

“Das ist schwer zu sagen. Ich analysiere das nicht weiter und schaue lieber nach vorne. Hauptsache, mir geht es jetzt gut. Ich bin froh, wieder vollständig genesen zu sein.”

Konnten Sie während dieser Zeit überhaupt trainieren?

“Ich konnte drei Wochen lang überhaupt nichts machen und habe dementsprechend schnell an Kondition verloren. Die Medikamente haben geholfen, aber es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich wieder fit fühlte. Im Kraftraum konnte ich genau abschätzen, wie viel Gewicht ich normalerweise heben kann. Es war frustrierend zu merken, dass ich in dieser Hinsicht keine Chance hatte.”

Sie scheinen die fehlenden Trainingseinheiten aufgeholt zu haben. Im ersten und einzigen Training – die zweite Übungsfahrt wurde aufgrund von Wind abgesagt – belegten Sie den 6. Platz als beste Schweizerin.

“Es lief nicht schlecht. Aber es war für mich schon besonders. Ich hatte gemischte Gefühle, als ich auf die Piste ging. Ich habe viele gute Erinnerungen an diesen Ort, aber auch weniger gute.”

Sie sprechen den schweren Sturz im letzten Jahr in Cortina an, bei dem Sie aus großer Höhe auf die Piste geschleudert wurden.

“Ich konnte die Gedanken an den Sturz immer verdrängen, bis ich am Mittwoch auf die Piste ging. Ich hatte keine Angst am Start und war auch nicht blockiert. Aber als ich an diese Stelle kam, musste ich mir das Ganze erst genau anschauen. Ich denke, das ist normal und darf auch passieren. Vom Sturz selbst erinnere ich mich an nichts, ich hatte einen Blackout. Ich wurde nicht abtransportiert und konnte eigenständig ins Ziel fahren. Jetzt zum ersten Mal wieder an dieser Stelle vorbeizufahren, war schon speziell.”

Haben Sie dort das Tempo gedrosselt?

“Ich habe im unteren Teil viel Zeit verloren. Es könnte sein, dass ich unbewusst das Tempo gedrosselt habe. Ich bin einfach froh, dass ich diese Passage zum ersten Mal überstanden habe und mir die Stelle genau ansehen konnte.”

Sie haben auch positive Erinnerungen an Cortina d’Ampezzo. 2021 wurden Sie hier zur Abfahrts-Weltmeisterin gekrönt und holten Silber im WM-Super-G.

“Abgesehen von meinem Sturz im letzten Jahr habe ich viele schöne Erinnerungen an Cortina. Ich bin sehr gerne hier. Die Landschaft ist einzigartig, der Ort und die Abfahrt gehören zu den schönsten im Weltcup.”

Auf dem Weltcup-Podest standen Sie hier jedoch noch nie.

“Wirklich?”

Ihre besten Ergebnisse sind zwei vierte Plätze.

“Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm, die Erinnerungen an die WM sind so präsent, dass ich alles andere ausgeblendet habe. Aber stimmt, auf das Weltcup-Podest habe ich es hier noch nie geschafft (lacht). Dann sollten wir das schnell ändern.”

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