Soziales

Deutschland entschuldigt sich am Hallenmikrofon bei den deutschen Fans

Vor dem EM-Halbfinale am Freitag gegen Dänemark hat Deutschland mit der deutlichen Niederlage gegen Kroatien einen Stimmungsdämpfer hinnehmen müssen. Juri Knorr entschuldigte sich unmittelbar nach Abpfiff für den Auftritt der deutschen Mannschaft.

Köln, 25. Januar 2024 – Die Hoffnungen und Erwartungen der deutschen Handballfans waren nach dem überzeugenden Sieg gegen Ungarn hoch. Deutschland schien auf dem besten Weg, das EM-Halbfinale mit Schwung zu erreichen. Doch der Abend des 24. Januars 2024 wird wohl vielen Fans und Spielern noch lange in Erinnerung bleiben, und das nicht auf positive Weise. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft musste eine schmerzhafte Niederlage gegen Kroatien hinnehmen, die die Euphorie der vergangenen Spiele abrupt dämpfte.

Das DHB-Team hatte sich bereits vor dem Anpfiff für die Halbfinals qualifiziert, was einen gewissen Druck von den Schultern der Spieler nehmen sollte. Dennoch wirkte die Mannschaft im Spiel gegen Kroatien teils abwesend und uninspiriert. Das Endergebnis von 24:30 für Kroatien spricht für sich und zeigte, dass Deutschland an diesem Abend nicht in Bestform war.

Besonders besorgniserregend war die Abschlussquote der deutschen Mannschaft, die den Europameister von 2016 in diesem Spiel plagte. Von insgesamt 55 Würfen fanden lediglich 24 den Weg ins gegnerische Tor. Eine Erfolgsquote von unter 45 Prozent ist in der Welt des Handballs selten ausreichend, um einen Sieg bei einer Europameisterschaft zu sichern. Dieses Problem war auch Spielmacher Juri Knorr bewusst, der selbst drei Tore bei sechs Versuchen erzielt hatte.

Nach dem Schlusspfiff wurde Knorr unmittelbar zu einem Interview am Hallenmikrofon gebeten. Der Spieler, der in dieser EM mit 43 Treffern der beste deutsche Torschütze war, zeigte sich bedrückt und voller Entschuldigung. “Es tut mir leid für alle, die sich Tickets für dieses Spiel gekauft haben”, begann Knorr seine Worte, und fügte hinzu: “Wir sind im Halbfinale, aber vielleicht haben wir uns vor dem Spiel zu sehr darauf konzentriert und in unseren Köpfen abgeschaltet.”

Bereits vor dem Anpfiff stand fest, dass die deutsche Mannschaft aufgrund der Niederlagen von Österreich (24:26 gegen Island) und Ungarn (32:35 gegen Frankreich) als Hauptrundenzweiter der Köln-Gruppe das Halbfinale erreicht hatte. Diese Gewissheit sollte eigentlich für Selbstvertrauen und Entspannung sorgen, doch der Auftritt gegen Kroatien zeigte, dass dies nicht der Fall war.

Knorr betonte, wie sehr diese Niederlage und die Art und Weise, wie sie zustande kam, ihm und dem gesamten Team schmerzte. “Wir sind zwar jetzt im Halbfinale, aber das ist nicht unsere Mentalität, mit der wir spielen wollen”, stellte er klar. Für das DHB-Team stehe nun eine schwierige Aufgabe bevor, denn das Halbfinale gegen das starke Dänemark rückt näher, und die Leistung gegen Kroatien war nicht vielversprechend.

“Das DHB-Team muss sich nun zurückkämpfen”, betonte Knorr, “weil so können wir nicht noch einmal spielen.” Die knapp 20.000 Fans in der Lanxess Arena, die nach dem Spielgeschehen zügig den “Tatort” im Fernsehen verfolgten, spendeten den enttäuschten Spielern dennoch tröstenden Applaus.

Ein Auftritt wie der gegen Kroatien sei “extrem schade” für den deutschen Anhang, betonte Knorr. Er erinnerte daran, wie sehr die Fans die Mannschaft in den letzten drei Spielen angefeuert und nach vorne gepusht hatten. Die Unterstützung der DHB-Fans sei ein wichtiger Teil des Erfolgs, der das Team bis ins Halbfinale gebracht hatte.

Knorr machte jedoch auch deutlich, dass niemand im deutschen Kader die Unterstützung des Publikums als selbstverständlich betrachten dürfe. “Es ist ein Genuss, vor 20.000 Fans zu spielen, und jeder sollte dafür dankbar sein”, erklärte er nachdenklich. Mit einem vielsagenden Ton schloss er: “Heute haben wir das nicht bis zum Schluss gezeigt.”

Die Niederlage gegen Kroatien mag zwar schmerzhaft sein, aber sie könnte auch als Weckruf dienen. Die deutsche Mannschaft hat nun die Gelegenheit, sich zu sammeln und ihre Fehler zu analysieren, bevor sie gegen Dänemark im Halbfinale antritt. Das Spiel gegen Kroatien war ein Rückschlag, aber die Chancen auf eine Medaille sind immer noch intakt, wenn das Team seine Bestform wiederfindet und die Unterstützung der Fans weiterhin spürt.

Insgesamt zeigt die Entschuldigung von Juri Knorr die Reife und Verantwortungsbewusstsein der deutschen Mannschaft. Sie sind sich bewusst, dass sie ihre Leistung steigern müssen, wenn sie ihre EM-Träume verwirklichen wollen. Die Fans können nur hoffen, dass die Entschuldigung von Knorr der Anstoß zu einer starken und entschlossenen Leistung gegen Dänemark sein wird.

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