Soziales

Festgeld statt Sondertilgung: So steigern Baufinanzierer ihre Zinseinnahmen

Die Zinsen für Spareinlagen haben den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht, bedingt durch die Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Inflation. Für Eigenheimbesitzer, die bereits vor einigen Jahren eine Baufinanzierung abgeschlossen haben, ergeben sich neue und attraktive Möglichkeiten. Insbesondere in Bezug auf die Sondertilgung eröffnen sich interessante Perspektiven. Wenn der Zinssatz der Baufinanzierung unter dem aktuellen Festgeldzins liegt, kann es sinnvoll sein, auf die Sondertilgungsoption zu verzichten und stattdessen das Ersparte in ein Festgeldkonto anzulegen. Eine Rechnung zeigt, dass diese Strategie Tausende Euro Zinseinkommen bringen kann.

Sondertilgung vs. Festgeld: Ein Rechenbeispiel

Angenommen, ein Hauskäufer hat im Dezember 2021 ein Hypothekendarlehen in Höhe von 400.000 Euro aufgenommen, zu einem Sollzinssatz von nur 1,12 Prozent für eine Zinsbindung von zehn Jahren mit einem Tilgungssatz von zwei Prozent. Nach zwei Jahren könnte der Baufinanzierer erstmals eine Sondertilgung in Höhe von 50.000 Euro leisten (12,5 Prozent der Kreditsumme). Das würde den Zinsanteil an den noch zu zahlenden Raten verringern und am Ende der Zinsbindung eine Ersparnis von rund 4685 Euro ergeben.

Eine alternative Strategie besteht darin, die 50.000 Euro für die nächsten fünf Jahre auf einem deutschen Festgeldkonto mit einem aktuellen Zinssatz von 4,00 Prozent pro Jahr anzulegen. In diesem Fall würden 10.833 Euro Zinsen anfallen. Falls der jährliche Sparerpauschbetrag von 1000 Euro nicht anderweitig genutzt wurde, wären 5000 Euro über fünf Jahre steuerfrei. Auf die restlichen 5.833 Euro müsste eine Kapitalertragssteuer von 25 Prozent gezahlt werden (ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Das ergibt einen Gesamtertrag nach Steuern von 9.375 Euro und somit einen Mehrertrag von 4.690 Euro gegenüber der Sondertilgung. Nach Ablauf der fünf Jahre könnte der Immobilienfinanzierer den Betrag erneut für fünf Jahre anlegen, jedoch ist der zukünftige Zinssatz nicht vorhersagbar.

Festgeld als attraktive Anlageform

Moritz Felde, Geschäftsführer Finanzservice bei Check24, erklärt: “Wer sein Eigenheim in der Niedrigzinsphase zwischen 2018 und Anfang 2022 zu einem günstigen Zinssatz finanziert hat, der kann aktuell mit einem Festgeldkonto mit höheren Zinsen mehr Rendite erzielen, als eine Sondertilgung an Zinskosten sparen würde.” Festgeld sei auch für Sparer ohne laufende Baufinanzierung eine äußerst attraktive Anlageform. Sicherheitsbewusste Anleger können ihre Ersparnisse zu historisch hohen Sparzinsen über längere Laufzeiten anlegen.

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Ob Baufinanzierer oder nicht, es ist ratsam, sich einen genauen Überblick über die aktuellen Festgeldzinsen zu verschaffen. Die besten Angebote für Festgeldkonten in Deutschland und Europa finden Sie im FOCUS Online Festgeld-Vergleich. Über die Filtereinstellungen können Sie den gewünschten Betrag und die gewünschte Laufzeit eingeben oder deutsche Banken auswählen.

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