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Friesland: Prima Klima – Ein ungewöhnlicher Kriminalfilm mit maritimem Charme

Die Kriminalfilmreihe “Friesland” kehrt mit einem ungewöhnlichen Fall zurück, der von Anfang an eine unheilvolle Atmosphäre schafft. “Prima Klima” ist der fünfzehnte Film dieser beliebten Serie und bietet ein unkonventionelles Ermittlungsabenteuer mit humorvollen Elementen und einer raffinierten Handlung.

Der Auftakt des Films ist bemerkenswert anders. Die düstere und unheilvolle Stimmung erinnert an Szenen aus einem Endzeitfilm, während merkwürdige Bilder und Nahaufnahmen die Aufmerksamkeit des Zuschauers fesseln. Dann wird Polizeioberkommissar Henk Cassens (Maxim Mehmet) eingeführt, der sich in seinem Streifenwagen reckt und streckt, um die klaustrophobischen Balken des Cinemascope-Formats zu überwinden. Dieser ungewöhnliche Einstieg signalisiert, dass “Prima Klima” ein Kriminalfilm der besonderen Art sein wird.

Die Handlung beginnt mit mehreren lose miteinander verknüpften Handlungssträngen. Ein Geisterschiff treibt im Hafen von Leer, eine Witwe will die Asche ihres verstorbenen Mannes auf See bestatten, versehentlich landet die Urne im Wasser. Süher Özlügüls (Sophie Dal) Bruder taucht überraschend als erfolgreicher Krabbenfischer auf und wird schließlich in den Hauptfall verwickelt. Die Vielfalt dieser Handlungselemente, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, ist beeindruckend.

Das Drehbuch von Georg Ludy, der bereits für den erfolgreichen Film “Haifischbecken” (2021) verantwortlich zeichnete, gelingt es meisterhaft, diese verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu verweben und sie zu einer komplexen und schlüssigen Geschichte zu verbinden. Dabei offenbaren sich scheinbar nebensächliche Details erst später als unverzichtbarer Teil der Handlung.

Im Zentrum des Falls steht das von Meeresbiologin Esther Fehrmansen (Julia Brendler) gegründete Institut, das eine innovative Technologie zur Versiegelung von Kohlendioxid unter dem Meeresboden entwickelt. Diese fragwürdige Methode stößt auf den skeptischen Widerstand von Henk Cassens, der davon überzeugt ist, dass verschwundene Probleme irgendwann wieder auftauchen.

Die Geschichte nimmt an Fahrt auf, als der Geschäftsführer des Instituts entführt wird, und eine Lösegeldforderung von fünf Millionen Euro gestellt wird. Das Rätselraten beginnt, und die Ermittler müssen die verschiedenen Handlungsstränge miteinander verknüpfen, um den Fall zu lösen.

Patricia Frey führt erstmals Regie bei einem Langfilm und setzt dabei auf bewährte Fernsehfilmstandards. Die Inszenierung ist solide und versprüht einen maritimen Charme, der zur Atmosphäre der Region passt. Trotzdem schafft sie es, die vielen kleinen und skurrilen Elemente des Drehbuchs gelungen umzusetzen.

Die Dialoge in “Prima Klima” sind ein weiterer Höhepunkt des Films. Die intelligenten und humorvollen Gespräche tragen viel zur Unterhaltung bei. Darüber hinaus überzeugt das Ensemble in seinen Rollen und vermeidet Klischees. Monika Anna Wojtyllo als genervte Institutspförtnerin sorgt für einige amüsante Momente.

Eine weitere Stärke des Films ist die gelungene Integration des Umweltthemas. Das Institut von Esther Fehrmansen beschäftigt sich mit einer umstrittenen Methode zur Kohlenstoffabscheidung, die das Interesse eines Experten weckt. Diese ökologische Komponente wird geschickt in die Handlung eingewoben und führt zu spannenden Entwicklungen.

“Prima Klima” bietet eine packende und humorvolle Krimigeschichte, die von der Vielschichtigkeit ihrer Handlung und den charismatischen Charakteren lebt. Der Film beweist, dass Kriminalfilme nicht nur spannend, sondern auch unterhaltsam sein können.

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