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Icon of the Seas: Kontroverse um das größte Kreuzfahrtschiff der Welt

Miami, Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, die “Icon of the Seas”, hat am Wochenende ihre erste Kreuzfahrt aufgenommen und sorgt damit für Aufsehen und Kontroversen. Umweltschützer:innen sind alarmiert, während die Reederei Royal Caribbean International das Schiff als Meisterwerk der Innovation feiert. Die Debatte über die Umweltauswirkungen und den Luxus an Bord flammt auf.

Ein Gigant sticht in See

Am Samstagabend (Ortszeit) verließ die “Icon of the Seas” den Hafen der US-Metropole Miami zu ihrer Jungfernfahrt. Das Kreuzfahrtschiff beeindruckt mit seinen imposanten Maßen: Es erstreckt sich über 20 Decks und misst 365 Meter in der Länge. Mit einer Kapazität von 7600 Gästen und 2350 Besatzungsmitgliedern bei voller Auslastung ist es ein wahrer Gigant der Meere.

Das Schiff wurde von der renommierten Werft Meyer Turku in Turku, Finnland, gefertigt und sticht nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seinen Antrieb hervor. Die “Icon of the Seas” wird mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben, was als umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichem Schiffstreibstoff gilt.

Ein Luxusparadies auf See

Die “Icon of the Seas” verspricht ihren Gästen ein unvergessliches Erlebnis. Sie wird als der “größte Wasserpark auf See” beworben und bietet sieben Pools für jeden Geschmack. Ein eigener Bereich namens “Nachbarschaft” richtet sich speziell an Familien. Das Schiff, so heißt es, sei fünfmal größer als die berühmte “Titanic”. Die Gäste können aus 40 verschiedenen Restaurants und Bars wählen und sich in luxuriösen Kabinen und Suiten verwöhnen lassen.

Die offizielle Taufe des Schiffes erfolgte durch den weltbekannten Fußballer Lionel Messi und seine Teamkolleg:innen von Inter Miami. Die Reederei Royal Caribbean International betont, dass die “Icon of the Seas” das Ergebnis von über 50 Jahren Träumen und Innovationen sei und gleichzeitig ihr Engagement für verantwortungsvollen Tourismus unterstreiche.

Umweltbedenken und Kritik

Trotz des Luxus und der Innovation, die die “Icon of the Seas” verkörpert, gibt es auch starke Kritik, insbesondere von Umweltorganisationen. Diese äußern Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen, die solch ein riesiges Kreuzfahrtschiff mit sich bringt. Marcie Keever von der Organisation Friends of the Earth erklärte gegenüber der New York Times: “Wenn man wirklich an Nachhaltigkeit und nicht an seinen Gewinn denken würde, würde man kein Kreuzfahrtschiff mit einer Kapazität von fast 10.000 Menschen bauen.”

Besondere Sorgen beziehen sich auf den LNG-Antrieb des Schiffes. Trotz seiner Umweltfreundlichkeit bei der Verbrennung kann LNG bei undichter Lagerung Methanemissionen verursachen, die ein sehr potenten Treibhausgas sind. Umweltschützer:innen befürchten, dass LNG-betriebene Schiffe die Methanemissionen in die Höhe treiben könnten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der ökologische Fußabdruck von Kreuzfahrten im Allgemeinen. Urlauber:innen auf Kreuzfahrten erzeugen achtmal mehr Kohlenstoff als bei vergleichbaren Aktivitäten an Land. Dies liegt an den enormen Energiebedarf und den Abgasemissionen der Schiffe.

Die Jungfernfahrt der “Icon of the Seas”

Die erste Kreuzfahrt der “Icon of the Seas” führt das Schiff in die atemberaubende Karibik. Dort wird es eine Woche lang verweilen, bevor es nach Miami zurückkehrt. Währenddessen wird die Debatte über die Umweltauswirkungen und den Luxus auf See weitergehen und die Diskussion über den Schutz unserer Umwelt und die Notwendigkeit verantwortungsvollen Tourismus in den Mittelpunkt stellen.

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