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Iran und USA: Ein Angriff zu viel? Die Gefahr eines Konflikts im Nahen Osten

Berlin, Die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA sind seit Jahren angespannt, und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben die Spannungen weiter verschärft. Der Tod von drei US-Soldaten bei einem Angriff proiranischer Milizen hat die Situation zusätzlich eskaliert. In diesem Artikel analysieren wir die Hintergründe des Konflikts, die Rolle des Schattenkriegs und die möglichen Auswirkungen auf die Region.

Der Schattenkrieg im Nahen Osten

Seit Monaten führt der Iran einen sogenannten Schattenkrieg gegen die USA und Israel im Nahen Osten. Dieser Schattenkrieg beinhaltet Angriffe und Provokationen durch proiranische Milizen, die vom iranischen Regime unterstützt werden. Das Institute for the Study of War hat mehr als 170 solcher Angriffe seit Oktober registriert, bei denen US-amerikanische Stützpunkte im Irak und in Syrien das Ziel waren. Diese Angriffe werden oft als Solidaritätsbekundungen mit den Palästinensern im Gaza-Streifen dargestellt.

Bisher kam bei diesen Angriffen kein US-Soldat ums Leben, was sich jedoch am Sonntag änderte. Bei einem Drohnenangriff auf einen kleinen Außenposten an der jordanisch-syrischen Grenze wurden drei US-Soldaten getötet und mehr als 30 verletzt. Die USA meldeten zunächst, dass der Angriff auf jordanischem Gebiet stattgefunden habe, doch Jordanien dementierte dies später und erklärte, die Attacke habe sich auf syrischem Boden ereignet.

Die Reaktion der USA und die Rolle des Iran

Die USA haben sowohl auf der jordanischen als auch auf der syrischen Seite der Grenze eine Präsenz, was die Lage komplexer macht. Staatliche iranische Medien berichteten, der “irakische Widerstand” habe die USA in Syrien angegriffen, insbesondere die Basis Al-Tanf, die in den letzten Wochen mehrfach Ziel von Angriffen war.

Teheran distanzierte sich von dem Angriff und erklärte, die Iraker hätten eigenständig gehandelt. Iran lehnt jede Verantwortung für diese Angriffe ab, auch wenn sie von Verbündeten durchgeführt werden. Die iranischen Nachrichtenagenturen berichteten sogar, dass anonyme US-Quellen die iranische Urheberschaft bezweifelten.

Die Iraner betonen immer wieder, dass sie keinen großen Krieg im Nahen Osten wollen, da sie dabei mehr zu verlieren als zu gewinnen haben. Gleichzeitig nähert sich Iran jedoch gefährlich einem solchen Konflikt an. Der Tod der drei US-Soldaten setzt Präsident Joe Biden unter Druck. Bisher hat er auf die ständigen Provokationen sehr zurückhaltend reagiert. Nun fordern einige Politiker, wie etwa der republikanische Senator Lindsey Graham, Vergeltungsschläge gegen den Iran.

Die Herausforderungen für Präsident Biden

Präsident Biden hat angekündigt, “die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen”, betonte jedoch, dass man noch nicht alle Details kenne. Es sei jedoch sicher, dass “radikale, von Iran unterstützte militante Gruppen” hinter dem Angriff steckten. Die USA haben seit dem Sommer 2021 keinen so großen Verlust an Soldaten erlitten, als der IS auf dem Flughafen von Kabul 13 Marines tötete.

Biden steht vor der Herausforderung, auf den Angriff zu reagieren und dabei sowohl die US-Verbündeten im Nahen Osten, wie Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, zu beruhigen, die US-Basen beherbergen, als auch innenpolitisch Stärke zu zeigen. Gerade im Bereich Iran werfen ihm die Republikaner immer wieder vor, zu nachgiebig zu sein. Andererseits wird Biden den Iranern signalisieren wollen, dass er keine Eskalation wünscht.

Mögliche Ziele für US-Vergeltungsschläge

Im Falle von Vergeltungsschlägen könnten die USA mehrere Ziele im Iran und in Syrien ins Visier nehmen. Dazu gehört möglicherweise das “Glass House”, eine Kommandozentrale der iranischen Revolutionsgarde nahe dem Flughafen von Damaskus. Auch andere Basen der Revolutionsgarde und Ziele der proiranischen Milizen könnten ins Visier genommen werden. Ein Angriff auf irakischem Boden würde jedoch eine größere Eskalation bedeuten als in Syrien.

Bisher hat der Iran nicht unmittelbar auf US-Luftangriffe reagiert. Die Reaktionen waren oft vage und beschränkten sich auf Rhetorik. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie der Iran auf mögliche Vergeltungsschläge reagieren würde und ob die Konfliktparteien die Kontrolle über die Situation behalten können.

Solange der Konflikt im Gazastreifen nicht beigelegt ist, wird wahrscheinlich auch der Schattenkrieg im Nahen Osten weitergehen. Die Region und die Welt warten gespannt darauf, wie Präsident Biden auf den jüngsten Vorfall reagieren wird.

Iran und USA: Ein Angriff zu viel? Die Gefahr eines Konflikts im Nahen Osten

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