Soziales

Öffentlicher Nahverkehr: Arbeitgeber fordern Mehrarbeit und Kürzungen bei Krankengeldzuschuss

Hannover, Die Tarifrunde für die Beschäftigten im Öffentlichen Nahverkehr im Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) hat begonnen, und bereits am ersten Verhandlungstag zeichnet sich ein harter Konflikt ab. Statt über Entlastung und attraktivere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Öffentlichen Nahverkehr zu verhandeln, haben die Arbeitgeber einen Kurs eingeschlagen, der auf Mehrarbeit und Kürzungen bei den Leistungen abzielt. Dies sorgt für Empörung bei den Gewerkschaften und in der Bevölkerung.

Die Arbeitgeber setzen bei den Verhandlungen in Niedersachsen einen harten Kurs durch, der bei den Beschäftigten auf Unverständnis und Ablehnung stößt. Sie fordern nicht nur Mehrarbeit, sondern planen auch die Abschaffung der Wahlmöglichkeit bei den Zuschlägen und des Krankengeldzuschusses nach der 13. Woche. Diese Forderungen werden von den Gewerkschaften und Aktivisten als unsozial und inakzeptabel kritisiert.

Empörung über die Forderungen der Arbeitgeber

Die Gewerkschaftssekretärin Marian Drews äußerte sich empört über die Forderungen der Arbeitgeber und betonte, dass dies nicht der sozialen Verantwortung entspreche, die von Arbeitgebern im öffentlichen Dienst erwartet werde. Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr hätten in den letzten Jahrzehnten bereits die steigende Belastung durch mehr Verkehr und erweiterte Angebote getragen. Sie forderte stattdessen Entlastung und attraktivere Arbeitsbedingungen, um die Verkehrswende zu sichern.

Sorge um die Zukunft des ÖPNV

Die Arbeitgeber im kommunalen Nahverkehr sehen offenbar in der Forderung nach Mehrarbeit und Leistungskürzungen die Lösung für die aktuellen Herausforderungen im ÖPNV. Dies wird jedoch von Gewerkschaften und Aktivisten als rückwärtsgewandt und schädlich für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs betrachtet.

Die Mitglieder des Bündnisses “Wir fahren zusammen”, eine Gruppe von Klimaaktivisten und Gewerkschaftern, die die Forderungen von ver.di unterstützt, zeigen sich ebenfalls enttäuscht über den Verhandlungsauftakt. Sie werfen den Arbeitgebern vor, die Beschäftigten im Stich zu lassen und die Zukunft eines klimagerechten ÖPNV zu gefährden. Sie betonen, dass bessere Arbeitsbedingungen notwendig seien, um eine nachhaltige und umweltfreundliche Verkehrswende zu realisieren.

Druck auf Politik und Arbeitgeber

Das Bündnis “Wir fahren zusammen” zeigt sich bereit, gemeinsam Druck auf Politik und Arbeitgeber auszuüben, um die Forderungen der Beschäftigten durchzusetzen. Sie sehen die Arbeitgeber in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen im ÖPNV zu verbessern und eine zukunftsweisende Verkehrspolitik zu unterstützen. Die zweite Verhandlungsrunde in Niedersachsen ist für den 6. Februar geplant, und es bleibt abzuwarten, ob die Arbeitgeber ihre Position überdenken werden.

Related Articles

Back to top button