Soziales

Sahra Wagenknecht und der Initiator des AfD-Treffens: Ein überraschender Bekanntschaftsbericht

Ende November lud der rechtsextreme Aktivist und ehemalige Zahnarzt Gernot Mörig Vertreter von AfD, CDU und Wirtschaft zu einem umstrittenen Treffen nach Potsdam ein, bei dem ein Plan zur Deportation bestimmter Bevölkerungsgruppen aus Deutschland besprochen wurde. Dieses Treffen sorgte für Aufsehen und wurde von dem Recherchenetzwerk “Correctiv” öffentlich gemacht.

Nun hat Sahra Wagenknecht enthüllt, dass sie selbst bereits vor rund zehn Jahren Kontakt zu Gernot Mörig hatte. In einem Interview mit Markus Lanz gab die Vorsitzende des “Bündnis Sahra Wagenknecht” an, dass Mörig ihr damals “mehrfach Mails geschrieben” habe. Dieser Kontakt kam etwa zwischen 2013 und 2014 zustande, als Mörig ihr ein Abendessen mit einem linken deutschen Kabarettisten vermittelte.

Wagenknecht betonte, dass sie nicht wusste, dass Mörig rechtsradikale Ansichten vertritt. “Ich war überhaupt nicht bösgläubig, dass der aus der rechten Szene kommt”, sagte sie. Bei dem besagten Kabarettisten handelte es sich offenbar um Volker Pispers, wie Markus Bensmann von “Correctiv” bestätigte. Wagenknecht lobte Pispers als einen “ehrenwerten Mann”, der nichts mit Rechtsradikalen zu tun habe. Bei diesem Abendessen war auch Gernot Mörig anwesend.

Der Kontakt zu Mörig wurde offenbar über einen gemeinsamen Bekannten hergestellt, nämlich Max Otte, der zu dieser Zeit Mitglied der CDU war und als Bestsellerautor bekannt war. Otte wurde später der Vorsitzende der Werteunion, die aufgrund ihrer inhaltlichen Nähe zur AfD kritisiert wurde. Im Jahr 2022 trat Otte sogar als AfD-Kandidat bei der Wahl des Bundespräsidenten an. Aufgrund dieser Verbindung habe Wagenknecht keinen Verdacht geschöpft.

Nach dem Abendessen habe Mörig “immer mal wieder” Kontakt aufgenommen, aber der letzte Kontakt sei bereits “Monate, vielleicht Jahre” her, erklärte Wagenknecht. Die jüngsten Enthüllungen rund um Mörig und das AfD-Treffen hätten ihr die vergangenen Begegnungen ins Gedächtnis gerufen. Sie sei überrascht gewesen, als sie von Mörigs rechtsradikalen Ansichten erfuhr, da sie sich nie mit seinem Aktivismus auseinandergesetzt habe.

In Bezug auf das rechtsextreme Treffen in Potsdam zeigte sich Wagenknecht besorgt über die dort diskutierten Ideen. Der österreichische Rechtsextreme Martin Sellner, der ebenfalls anwesend war, habe bereits ein Buch verfasst, das sie als “Nazi-Ideologie” bezeichnete. Sie betonte, dass solche Ideologien gefährlich und faschistoid seien.

Wagenknecht wies darauf hin, dass solche extremen Ansichten in Deutschland nicht überraschend seien. Sie verwies auf Politiker wie Björn Höcke, der ähnliche Positionen vertrete und Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen sei. Die Präsenz solcher Ideen in der politischen Landschaft sei besorgniserregend.

Trotz dieser Bedenken sprach sich Wagenknecht gegen ein Verbot der AfD aus. Sie argumentierte, dass die aktuelle Diskussion über ein Verbot nur aufgrund der Stärke der AfD geführt werde. Sie betrachtete ein Verbot als “Geschenk an die AfD und ein Armutszeugnis für die Demokratie”. Stattdessen solle man darüber nachdenken, wie es möglich sei, dass eine Partei, trotz solcher Positionen, in Umfragen so gut abschneide.

Die Enthüllungen um die Beziehung zwischen Sahra Wagenknecht und Gernot Mörig werfen ein neues Licht auf die Verbindungen zwischen Politikern und rechtsextremen Aktivisten. Es bleibt abzuwarten, wie diese Enthüllungen die politische Landschaft in Deutschland beeinflussen werden.

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