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“Section Control” Streckenradar auf B6 bei Hannover deaktiviert: Was bedeutet das für Verkehrssicherheit?

Hannover, 22. Januar 2024 – Das “Section Control” Streckenradar, das als das erste seiner Art in Deutschland galt, wurde auf der B6 in der Region Hannover abgeschaltet. Dies löste eine Diskussion über die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit aus, da die Anlage in den letzten Jahren die Anzahl schwerer Verkehrsunfälle auf dieser Strecke reduziert hatte.

Der Betreiber des “Section Control” Radars, Jenoptik, gab an, dass die Abschaltung aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften zur Verschlüsselung der von der Anlage gesammelten Daten erfolgte. Die Anlage konnte diese Vorgaben nicht erfüllen, und es war nicht geplant, sie technisch nachzurüsten. Daher durfte die Anlage nur bis Ende 2023 in Betrieb sein und wird nun nach und nach demontiert. Die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und den Abbau wurden nicht genannt.

Die Entscheidung, das “Section Control” Streckenradar abzuschalten, hat viele Menschen besorgt, da die Anlage in den letzten fünf Jahren zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beigetragen hat. Laut der Polizei in der Region sind die schweren Verkehrsunfälle auf den 2,2 Kilometern der Strecke zwischen Gleidingen und Rethen zurückgegangen. Die Geschwindigkeitsüberschreitungen waren ebenfalls relativ gering, da im letzten Jahr nur 1.319 Fahrer geblitzt wurden – das entspricht etwas mehr als drei Geschwindigkeitsüberschreitungen pro Tag.

Das “Section Control” Streckenradar arbeitete anders als herkömmliche Blitzer, da es die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge über eine bestimmte Strecke hinweg messen konnte. Wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde überschritten wurde, löste das Radar aus. Dies sollte verhindern, dass Fahrer vor einem Blitzer abrupt abbremsen und direkt nach der Messung wieder beschleunigen. Obwohl das Radar anfangs aufgrund einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Hannover im Jahr 2019 ausgesetzt wurde, konnte es später aufgrund eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg wieder in Betrieb genommen werden. Es lief im Regelbetrieb bis zur Abschaltung im Jahr 2023.

Die Entscheidung, das “Section Control” Streckenradar abzuschalten, hat zu Diskussionen über die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit geführt. Einige argumentieren, dass die Anlage effektiv zur Reduzierung von Unfällen und Geschwindigkeitsüberschreitungen beigetragen hat und daher beibehalten werden sollte. Andere sind besorgt über Datenschutzfragen im Zusammenhang mit den gesammelten Daten und sehen die Abschaltung als notwendige Maßnahme zur Einhaltung der neuen Vorschriften.

Die Debatte über die Zukunft von Verkehrsüberwachungssystemen wie dem “Section Control” Streckenradar wird voraussichtlich fortgesetzt, da die Sicherheit auf den Straßen ein wichtiges Anliegen bleibt. Die Entscheidung, wie solche Systeme in Zukunft eingesetzt werden sollen, erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen Verkehrssicherheit, Datenschutz und rechtlichen Vorschriften.

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