Soziales

Signa-Konzern: KaDeWe-Gruppe bereitet Insolvenzantrag vor

Berlin, Nach der jüngsten Insolvenz der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof droht nun auch der KaDeWe-Gruppe das gleiche Schicksal. Der renommierte Luxuskaufhausbetreiber, der unter anderem das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und den Oberpollinger in München betreibt, plant anscheinend einen eigenen Insolvenzantrag. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Zukunft des Unternehmens und möglichen Auswirkungen auf Investoren und Steuerzahler auf.

Die aktuellen Turbulenzen in der Signa-Gruppe des Investors René Benko scheinen nun auch das Geschäft in den exklusiven Kaufhäusern zu beeinflussen. Informationen von Capital zufolge bereitet die KaDeWe Group einen Insolvenzantrag vor, der Anfang der kommenden Woche in Berlin eingereicht werden soll, wo das Unternehmen den Großteil seiner Geschäfte tätigt. Die Signa-Gruppe hatte bereits zahlreiche Insolvenzverfahren für ihre Immobilienunternehmen eingeleitet.

Die KaDeWe Group betreibt ihre Luxuskaufhäuser in Berlin, Hamburg und München und ist ein Joint Venture zwischen Signa und der Central Group aus Thailand. Signa hält 49,9 Prozent der Anteile, während die Central Group 50,1 Prozent kontrolliert. Die Central Group ist ein finanzstarker Partner von Benko und hat in den letzten Jahren gemeinsam mit ihm mehrere Milliarden Euro in den Erwerb von Luxusgeschäften in Europa investiert.

Die KaDeWe Group hatte Pläne, bis 2025 weitere Standorte, darunter das im Umbau befindliche Carsch-Haus in Düsseldorf und ein neues Luxuskaufhaus namens Lamarr in Wien, zu eröffnen.

Es wird spekuliert, dass die Central Group in Erwägung zieht, die Signa-Anteile an den gemeinsamen Luxuskaufhäusern zu übernehmen oder den Insolvenzantrag als Druckmittel in Verhandlungen mit den Insolvenzverwaltern zu nutzen, die auf der Seite von Signa tätig sind. Die KaDeWe Group könnte die Insolvenz auch nutzen, um die teuren Mietverträge mit Signa neu zu verhandeln.

Zudem könnten die deutschen Steuerzahler von der Pleite der KaDeWe Group betroffen sein. Während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 erhielt das Unternehmen eine Ausfallbürgschaft in Höhe von bis zu 90 Millionen Euro von den Ländern Berlin und Hamburg sowie dem Bundesstaat. Dies geschah, um einen Bankkredit der Großbank BNP abzusichern, der in diesem Jahr fällig wird. Falls die KaDeWe Group nicht in der Lage ist, diesen Kredit zurückzuzahlen, könnte die öffentliche Hand einspringen müssen.

Die Entwicklung in der KaDeWe-Gruppe verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Signa-Konzern und wirft Fragen zur Stabilität der deutschen Einzelhandelsbranche auf.

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