Soziales

Streichung der Agrardiesel-Subvention: Ein Schlag für die deutsche Landwirtschaft

Die kürzlich von der Ampelkoalition beschlossene Abschaffung zweier wichtiger Steuervergünstigungen für Bauern, darunter die Steuerbegünstigung von Agrardiesel und die Befreiung landwirtschaftlicher Fahrzeuge von der Kfz-Steuer, hat in der Landwirtschaft für erheblichen Unmut gesorgt.

Milchbauer Simon Sedlmair aus dem Dachauer Land, der auch als Kreisobmann beim Bauernverband tätig ist, sieht sich und seine Kollegen durch diese Entscheidung stark benachteiligt. Sedlmair, dessen Betrieb jährlich etwa 60.000 Liter Diesel verbraucht, rechnet mit einem Verlust von rund 13.000 Euro. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern, wo Agrartreibstoff weiterhin subventioniert wird, sieht er darin eine deutliche Wettbewerbsverzerrung.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner, kritisiert die Entscheidung der Ampelkoalition ebenfalls scharf und sieht darin eine Gefährdung der deutschen Landwirtschaft. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) äußerte Bedenken bezüglich des Wettbewerbsnachteils für die heimische Landwirtschaft.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) betont, dass die Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge aufgrund ihrer hauptsächlichen Nutzung auf dem Feld und nicht auf der Straße gerechtfertigt sei. Die Tatsache, dass Özdemir bei der Entscheidung nicht konsultiert wurde, zeigt nach Kanibers Meinung den mangelnden Stellenwert der Landwirte bei den Spitzen von SPD, Grünen und FDP.

Die Steuervergünstigungen für Agrardiesel und die Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge waren bisher ein wichtiger Bestandteil der finanziellen Unterstützung für die Landwirtschaft. Mit der Streichung dieser Subventionen erhofft sich die Ampelkoalition Einsparungen von rund 900 Millionen Euro.

Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die Landwirtschaft sind jedoch erheblich. Der Bayerische Bauernverband gibt an, dass der durchschnittliche Dieselverbrauch in der Landwirtschaft bei etwa 110 bis 120 Litern pro Hektar und Jahr liegt. Die Mehrkosten durch den Wegfall des Agrardiesels könnten in einem durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieb somit bei rund 890 Euro jährlich liegen, wobei dieser Wert je nach Art der Bewirtschaftung variieren kann.

Die Entscheidung der Ampelkoalition wird daher von vielen als schwerer Schlag für die Landwirtschaft gesehen, die ohnehin mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen hat. Die Streichung der Steuervergünstigungen wird nicht nur finanzielle Auswirkungen haben, sondern auch die Stimmung unter den Bauern deutlich verschlechtern.

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