Soziales

Tragischer Radlader-Unfall in Toppenstedt: Prozess gegen Angeklagten gestartet

Lüneburg, 22. Januar 2024 – Vor dem Lüneburger Landgericht hat der Prozess gegen einen 44-jährigen Mann begonnen, dem die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung in zwei Fällen und fahrlässige Körperverletzung in elf Fällen im Zusammenhang mit einem tödlichen Radlader-Unfall in Toppenstedt am 24. Juni 2023 vorwirft. Der Angeklagte, Stefan I., äußerte sich am Montagmorgen vor Gericht ausführlich zu den tragischen Ereignissen.

Der Unfall ereignete sich an einem sonnigen Tag im Juni letzten Jahres auf dem Bolzplatz der Gemeinde Toppenstedt, während einer Vater-Kind-Wochenendveranstaltung. Etwa 30 Kinder und 20 Väter hatten sich versammelt, um gemeinsam zu zelten und Zeit miteinander zu verbringen. Stefan I., ein Familienvater und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, fuhr an diesem Tag einen Radlader und äußerte sich vor Gericht tief betroffen über die tragischen Geschehnisse.

Er erklärte, dass die Idee, Kinder in einer Kiste mit seinem Radlader durch die Landschaft zu fahren, aus der Notwendigkeit entstanden sei, Brennholz zum Lager zu bringen. Dies habe er vor vier Jahren begonnen, und die Kinder fanden es toll, in der Kiste zu fahren. Laut seinen Schilderungen hatte er zwei Kisten mitgebracht, eine für das Holz und eine für den Transport von Kindern. Die Frage, die sich im Prozess stellt, ist, wie es dazu kam, dass die Kiste mit den Kindern und einem der Väter aus dem Radlader fiel und tragischerweise tödliche Verletzungen verursachte.

Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass er den Radlader gefahren habe und mit den Kindern und einem der Väter, Dominik S., der bei dem Unfall ums Leben kam, zu einer letzten Fahrt aufgebrochen sei. Der Teleskoparm des Radladers brachte die Kiste mit den Kindern zwischendurch auf eine Höhe von etwa 1,50 Metern. Auf dem Rückweg zum Lager sei die Kiste plötzlich nach vorne gekippt, habe sich überschlagen und sei kopfüber auf die Kinder und den Vater gelandet, wobei sie diese unter sich begrub. Es brach Chaos aus, die Kinder schrien, und Dominik S. erlitt eine schwere Kopfwunde.

Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass er vor den Fahrten nicht die Sicherungsbolzen des Radladers überprüft habe. Er betonte jedoch, dass er dies normalerweise getan hätte, und er könne sich den Vorfall nur durch einen öllassenden Kugelhahn erklären. Er sei schockiert gewesen von den tragischen Geschehnissen und habe in keiner Sekunde angenommen, dass so etwas passieren könnte. Die Sicherheit habe für ihn keine Bedenken aufgeworfen, da er zuvor schwerere Lasten transportiert habe.

Die Konsequenzen des Unfalls waren verheerend. Neben Dominik S., der tragischerweise verstarb, wurden weitere Kinder und auch seine eigenen Töchter verletzt. Eine seiner Töchter erlitt einen Unterarmbruch und eine verletzte Vene, während die andere Tochter mit einem Bruch und Schürfwunden davonkam. Beide mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Der Prozess war geprägt von widersprüchlichen Gutachten. Zunächst wurde angenommen, dass ein Kugelventil verschlossen war, was zu dem Unfall geführt hatte. Später widersprach der Sachverständige jedoch diesem Gutachten und erklärte, dass das Kugelventil offen stand. Der Prozess konnte am Montag nicht abgeschlossen werden, und ein weiterer Gerichtstermin wurde anberaumt, um weitere Details zu klären und ein Urteil zu fällen.

Die Tragödie von Toppenstedt hat nicht nur die Familien der Opfer, sondern auch die gesamte Gemeinde zutiefst erschüttert. Der Prozess wird weiterhin von großem öffentlichen Interesse verfolgt, während die Suche nach Antworten und Gerechtigkeit fortgesetzt wird.

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