Soziales

Türkei nimmt angebliche Mossad-Spione fest

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Der türkische Innenminister Ali Yerlikaya ließ es sich nicht nehmen, die Festnahmen am Dienstag persönlich zu verkünden: Der Geheimdienst MİT und Behörden zur Terrorismusabwehr hätten 33 Personen festgenommen, die verdächtigt würden, für den israelischen Geheimdienst Mossad spioniert zu haben. Der Mossad habe geplant, in der Türkei lebende Ausländer zu observieren, anzugreifen und zu entführen, schrieb er weiter.

Friederike Böge

Politische Korrespondentin für die Türkei, Iran, Afghanistan und Pakistan mit Sitz in Ankara.

Der Zugriff der Sicherheitsbehörden im Rahmen der „Operation Maulwurf“ sei in acht Provinzen gleichzeitig erfolgt. Bei den Verdächtigen seien 143,83 Euro, 23,68 Dollar, unlizenzierte Waffen und Datenträger sichergestellt worden. Gegen wen sich die Spionage angeblich richtete, sagte Yerlikaya dagegen nicht.

Die Hamas unterhält Beziehungen zur türkischen Regierung

Im Dezember hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan gedroht, Israel werde „einen hohen Preis zahlen“, falls es versuchen sollte, auf türkischem Boden Vertreter der Hamas zu verschleppen oder zu töten. Zuvor hatten israelische Medien über Aufnahmen berichtet, in denen der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Ronen Bar, sagt, Israel sei entschlossen, die Führer der Hamas überall auf der Welt zu töten, auch in der Türkei, in Qatar und in Libanon.

Die Hamas wird in der Türkei nicht als Terrororganisation eingestuft. Im Gegenteil: Sie unterhält Beziehungen zur Regierung und betreibt ein Büro in Istanbul. Erdoğan hat sie als Befreiungsorganisation bezeichnet. Der Hamas-Anführer Ismail Hanija soll sich laut Medienberichten am Tag des Überfalls auf Israel in der Türkei befunden haben.

Die amerikanische Regierung hat sich „ernsthaft besorgt“ gezeigt, dass die Hamas auch weiterhin Einnahmen und Spenden in der Türkei generieren könnte. In der Vergangenheit hat Washington Sanktionen gegen ein türkisches Unternehmen verhängt, das von der Hamas für Immobiliengeschäfte genutzt worden sein soll. Ankara bestreitet das.

Gegenseitige Beschuldigungen und ein Boykottaufruf

Schon vor den Festnahmen waren die türkisch-israelischen Beziehungen auf einen Tiefpunkt gesunken. Das israelische Außenministerium erklärte jüngst, es werde so lange keinen Botschafter mehr nach Ankara schicken, wie Erdoğan im Amt sei. Zuvor hatten Erdoğan und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sich gegenseitig des „Genozids“ beschuldigt. Netanjahu bezog sich dabei auf türkische Militäroperationen in kurdischen Gebieten in Syrien und im Irak.

Am Neujahrstag hatte Erdoğan eine Großdemonstration für die Opfer des Gazakriegs in Istanbul organisieren lassen. Dort sprach sein Sohn Bilal Erdoğan. Er sagte, „die Zerschlagung der Fesseln der Hagia Sophia unter der Führung unseres Präsidenten ist der erste Schritt zur Befreiung der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem“. Zudem rief er zu einem „Boykott“ gegen Israel auf.

Kritiker weisen aber darauf hin, dass Geschäftspartner von Bilal Erdoğan weiterhin lukrativen Handel mit Israel betreiben. Die Kundgebung fand bereits am frühen Neujahrsmorgen statt, was westlich orientierte Türken als eine gezielte Demonstration gegen westliche Feiertage werteten.

In den vergangenen Tagen hatte Innenminister Yerlikaya auffallend viele Festnahmen verkündet. So wurden mehr als 200 mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen. Yerlikaya zufolge planten sie Anschläge auf Kirchen und Synagogen. Wie so oft wurden aber keine Details bekannt.

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