Soziales

Weihbischof Otto Georgens betont die Bedeutung der Nächstenliebe im Christentum während der Gebetswoche für die Einheit der Christen in Kaiserslautern

Kaiserslautern – In einer Zeit, in der die Welt von Spaltungen und Konflikten geprägt ist, hat der Speyerer Weihbischof Otto Georgens eine kraftvolle Botschaft der Liebe und Einheit an die Christenheit gerichtet. In seiner Predigt während des ökumenischen Gottesdienstes zur Gebetswoche für die Einheit der Christen in der Stiftskirche in Kaiserslautern, hob Georgens die unzertrennliche Verbindung zwischen der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Mitmenschen hervor.

„In einer Welt, die von so viel Hass und Missverständnissen gezeichnet ist, erinnert uns Weihbischof Georgens daran, dass die wahre Liebe zu Gott sich in unserer Liebe zu unseren Mitmenschen manifestiert“, sagte Georgens. „Es ist diese Liebe, die Brücken baut, Heilung bringt und die wahre Essenz unseres Glaubens offenbart.“

Der Weihbischof betonte, dass Nächstenliebe nicht nur ein zentrales Element des Christentums, sondern auch des Judentums ist. „Es ist die einzige Art, Gott zu respektieren“, erklärte er. Diese Botschaft ist besonders relevant in einer Zeit, in der religiöse und kulturelle Unterschiede oft als Gründe für Konflikte und Missverständnisse angesehen werden.

Der Gottesdienst, an dem auch die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Südwest teilnahmen, wurde von einer Gruppe aus Burkina Faso vorbereitet. Sie brachten verschiedene christliche Traditionen ihres Landes ein, was die Vielfalt und Einheit des christlichen Glaubens unterstrich.

Ein besonderes Symbol dieser Einheit war die Kalebasse auf dem Altar, ein ausgehöhlter Flaschenkürbis, der in Burkina Faso als Zeichen der Gastfreundschaft gilt. „Diese Kalebasse ist mehr als nur ein Gefäß; sie ist ein Symbol der Offenheit, des Teilens und der Gemeinschaft“, erklärte ein Mitglied der Gruppe aus Burkina Faso.

Die biblischen und liturgischen Texte des Gottesdienstes waren vom Bild des barmherzigen Samariters inspiriert. Dieses Gleichnis, in dem Jesus die Bedeutung der Nächstenliebe erläutert, ist ein zentrales Element der christlichen Ethik und wurde sorgfältig ausgewählt, um die Botschaft des Tages zu unterstreichen.

„Die Geschichte des barmherzigen Samariters lehrt uns, dass unsere Nächstenliebe über kulturelle und religiöse Grenzen hinausgehen muss“, sagte Georgens. „Es geht darum, Mitgefühl und Liebe zu zeigen, selbst gegenüber denen, die wir als fremd oder anders betrachten.“

Die Predigt von Weihbischof Georgens war nicht nur eine Erinnerung an die grundlegenden Werte des Christentums, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. „Es reicht nicht aus, über Liebe zu sprechen; wir müssen sie in unserem täglichen Leben praktizieren“, sagte er. „Jeder Akt der Liebe, egal wie klein, ist ein Schritt näher zu Gott.“

Der ökumenische Gottesdienst in Kaiserslautern war ein lebendiges Beispiel für die Vielfalt und Einheit innerhalb der christlichen Gemeinschaft. Die Teilnahme von Christen verschiedener Konfessionen und Kulturen zeigte, dass trotz unterschiedlicher Traditionen und Praktiken das gemeinsame Ziel die Liebe zu Gott und den Mitmenschen ist.

In einer Zeit, in der die Welt von so vielen Herausforderungen geprägt ist, bietet die Botschaft von Weihbischof Georgens eine dringend benötigte Perspektive der Hoffnung und des Friedens. Durch die Betonung der Nächstenliebe als zentralen Aspekt des Glaubens erinnert er uns daran, dass wir alle, unabhängig von unserer Herkunft oder unseren Überzeugungen, Teil einer größeren Gemeinschaft sind, die durch die Liebe verbunden ist.

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