Wirtschaft

EVOTEC-Vorstandschef tritt zurück – Geschäftsprognose bestätigt – Neue KI-gestützte Partnerschaft mit Owkin

Der Rücktritt von EVOTECs Vorstandschef Werner Lanthaler schickte Schockwellen durch die Finanzwelt und die Märkte. Lanthaler, der das Unternehmen fast 15 Jahre lang geleitet hatte, gab bekannt, aus persönlichen Gründen vor Ablauf seines Vertrags zurückzutreten. Dies führte zu einem vorbörslichen Kurseinbruch der EVOTEC-Aktie um etwa 9 Prozent auf unter 19,50 Euro im Tradegate-Handel. Obwohl der Kurs vorübergehend die 20-Euro-Marke überschritt, blieb die Unsicherheit spürbar.

Werner Lanthaler hatte EVOTEC seit 2009 erfolgreich geführt und sein Vertrag lief bis März 2026. Trotz seines Rücktritts wird er dem Aufsichtsrat weiterhin als strategischer Berater zur Verfügung stehen. Das Unternehmen hat bereits eine Suche nach einem neuen, dauerhaften CEO eingeleitet.

In einer Erklärung sagte Lanthaler: “Nach einem extrem herausfordernden und sowohl körperlich als auch insgesamt erschöpfenden Jahr 2023, sowie nach eingehender Reflektion in den vergangenen Wochen und in das neue Jahr blickend, bin ich zu dem Entschluss gelangt, als CEO zurückzutreten, da ich dem Unternehmen in den nächsten Jahren nicht bestmöglich dienen kann.”

Trotz des überraschenden Rücktritts bestätigte EVOTEC seine Prognose für das Jahr 2023. Das Unternehmen erwartet einen Konzernumsatz zwischen 750 Millionen und 790 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 60 Millionen bis 80 Millionen Euro.

Die Zukunft des Unternehmens wird vorübergehend von Aufsichtsratsmitglied Mario Polywka geführt, während die Suche nach einem neuen Vorstandschef läuft. In einer ersten Reaktion hob der Analyst Charles Weston von RBC hervor, dass er Vertrauen in die Geschäftsleitung von EVOTEC habe und dass die Geschäfte des Unternehmens in sicheren Händen seien.

Neben der Personalie Werner Lanthaler gab EVOTEC eine weitere bedeutende Ankündigung bekannt. Das Unternehmen geht eine KI-gestützte strategische Partnerschaft mit dem französisch-amerikanischen Techbio-Unternehmen Owkin ein. Diese Partnerschaft konzentriert sich auf die Bereiche Onkologie, Immunologie und Inflammation, mit dem Ziel, die therapeutische Pipeline zu beschleunigen.

Owkin wird Künstliche Intelligenz einsetzen, um indikationsrelevante Targets und Untergruppen zu identifizieren, die auf multimodale Patientendaten angewendet werden. EVOTEC wird seine Forschungs- und Entwicklungsplattform nutzen, um die Validierung von Targets zu beschleunigen und die Identifizierung von Wirkstoffkandidaten voranzutreiben.

Beide Unternehmen planen, die Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Forschungsstrategie-Team voranzutreiben, was Owkin ermöglichen soll, Kapitaleffizienz zu maximieren und gleichzeitig das Risiko zu minimieren. EVOTEC wird Forschungszahlungen von Owkin erhalten und hat Anspruch auf erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen an Produktverkäufen.

Owkin hat in der Vergangenheit Investitionen von Biopharmaunternehmen wie Sanofi und Bristol-Myers Squibb sowie von Risikokapitalfonds wie Fidelity, GV und BPI in Höhe von mehr als 300 Millionen US-Dollar aufgebracht.

Insgesamt markieren diese Entwicklungen einen bedeutenden Moment für EVOTEC, sowohl in Bezug auf die Unternehmensführung als auch auf die strategische Ausrichtung und die Zusammenarbeit mit Owkin. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie das Unternehmen auf diese Veränderungen reagiert und wie sich die Partnerschaft mit Owkin entwickelt.

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