Wirtschaft

Delivery Hero-Aktie auf Rekordtief nach geplatzen Foodpanda-Verkauf in Südostasien

Die Hängepartie um den geplanten Verkauf der Südostasien-Aktivitäten hat Delivery Hero am Freitag in Turbulenzen gebracht. Der Kurs des Essenslieferdienstes fiel zeitweise um 10,88 Prozent auf 19,16 Euro und erreichte sogar ein neues Rekordtief von 18,72 Euro.

Die Belastung für die Delivery Hero-Aktie resultierte aus einem Bericht der “Business Times” aus Singapur, der besagte, dass ein Deal zum Verkauf des Foodpanda-Geschäfts in Südostasien wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen gescheitert sei. Die von Delivery Hero geforderte Summe wurde von dem Singapurer Kaufinteressenten Grab Holdings als zu hoch angesehen, so der Bericht unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Analyst Giles Thorne von Jefferies zeigte sich in einer ersten Reaktion überrascht, denn bislang hatte er fest an einen Verkauf in diesem Jahr geglaubt. Der Bericht war eine Enttäuschung, da der Deal das Finanzprofil von Delivery Hero grundlegend verändert und das Unternehmen wieder zu einer besseren Investition gemacht hätte. Thorne betonte jedoch, dass eine Bestätigung über das Scheitern des Deals über eine Ad-Hoc-Mitteilung erforderlich wäre, bevor die Hoffnung aufgegeben wird.

Die Hängepartie hat jedoch Auswirkungen auf das Eigenkapital von Delivery Hero, da es unter der Last seiner Bilanz leiden wird, sollte sich die Unsicherheit fortsetzen.

Analyst Clement Genelot von der Investmentbank Bryan, Garnier & Co kommentierte, dass das Scheitern der Verhandlungen angesichts der enttäuschenden Geschäftsentwicklung keine Überraschung sei. Die bisher ausbleibende Reaktion von Delivery Hero deute jedoch darauf hin, dass es noch andere Interessenten gebe. Der heißeste Kandidat sei der chinesische Konzern Meituan, der bislang in Südostasien nicht präsent sei. Genelot hält die bisher diskutierte Bewertung von “Foodpanda” von einer Milliarde Euro für überzogen und schätzt eine realistische Bewertung zwischen 200 und 400 Millionen Euro ein.

Die Region Asien ist für Delivery Hero sowohl wichtig als auch herausfordernd. Der Konzern plant, seine Südostasien-Sparte abzustoßen, um seine Profitabilitätsziele zu erreichen. Im September hatte das im MDAX gelistete Unternehmen angekündigt, seine Marke Foodpanda in einer Reihe von Ländern in der Region zu verkaufen. Stattdessen rückt die Region Naher Osten und Nordafrika immer mehr in den Vordergrund.

Es ist anzumerken, dass Delivery Hero zuletzt seine Beteiligung am britischen Essenslieferdienst Deliveroo mit einem Millionenverlust verkauft hat.

Die Entwicklung der Delivery Hero-Aktie wird von Investoren genau beobachtet, da das Unternehmen in einem hart umkämpften Markt agiert und von verschiedenen Faktoren wie Wettbewerb und regulatorischen Veränderungen beeinflusst wird.

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